Seminar Palliativmedizin
Freitag, 09. Oktober 2026 | 14:00 – 18:15 Uhr
Herausforderungen in der Lebensendphase
Vorprogramm – Änderungen möglich
14:00
Einführung ins Seminar und Moderation
Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Göppingen
Philipp Müller-Schwefe, Göppingen
14:05 – 15:00
Wie Nebenwirkungsmanagement über eine erfolgreiche Opiattherapie entscheidet – OIC mehr als nur Verstopfung
Michael A. Überall, Nürnberg & Philipp Müller-Schwefe, Göppingen
Während die analgetische Wirksamkeit von Opioiden unbestritten ist, wird eine ihrer häufigsten und hartnäckigsten Begleiterscheinungen im klinischen Alltag weiterhin systematisch unterschätzt: die opioidinduzierte Obstipation (OIC). Im Gegensatz zu anderen Opioidnebenwirkungen wie Übelkeit oder Sedierung unterliegt die OIC keiner Toleranzentwicklung – sie bleibt bestehen, solange die Opioidtherapie andauert. Das proaktive Nebenwirkungsmanagement wird damit zum kritischen Zünglein an der Waage für den gesamten Therapieerfolg: Aus Angst vor den gastrointestinalen Beschwerden reduzieren oder beenden viele Patientinnen und Patienten eigenmächtig ihre Opioiddosis (Subdosierung). Diese Unterdosierung führt zu einer unzureichenden Schmerzkontrolle und treibt Betroffene in einen Teufelskreis aus Analgesieverlust und funktioneller Beeinträchtigung. Gemeinsam möchten wir mit Ihnen vermeintlich etablierte Therapiestrategien hinterfragen und moderne, mechanismenorientierte Behandlungsansätze diskutieren.
15:00 – 15:30
Bewährte und neue Konzepte – stationäres Hospiz und das Angebot der teilstationären Versorgung im Tageshospiz in Geislingen
Marta Alfia, Göppingen
Seit über 13 Jahren wurden in Faurndau über 900 Gäste palliativpflegerisch und -medizinisch in einer professionellen und liebevollen Umgebung von einem Hospizteam und ehrenamtlichen Hospizhelfenden betreut. Der Verein Hospiz im Landkreis Göppingen e. V. als Träger freut sich darauf, ab November 2026 das Angebot auf ein zweites stationäres Hospiz und ein Tageshospiz mit der teilstationären Versorgung anbieten zu können. Die Menschen können dort im Rahmen ihrer Erkrankung lindernde Therapien erhalten, Kraft tanken und trotz schwerer Krankheit am sozialen Leben teilhaben. Hier ist eine enge Verzahnung mit den aktuellen Verantwortlichen (z. B. den ambulanten Pflegediensten, SAPV, Brückenpflege und den Hausärzten) notwendig.
15:30 – 16:00
Pause
16:00 – 16:45
Was macht den Unterschied? Cannabinoide in der Palliativmedizin
Anne Gastmeier, Kleinmachnow
Palliativpatient:innen präsentieren sich in der Regel mit einer Multisymptomatik: Neben den chronischen Schmerzen, Nausea und Emesis, Appetitverlust bis zur Kachexie, Schlafstörungen und Angst steht hier vor allem der Stress vor dem Lebensende im Vordergrund und hiermit auch die starke innere Anspannung. Behandelt wird zumeist jedes Symptom für sich, mit entsprechender Polypharmazie und oft ohne durchgreifende Entlastung. Cannabinoide werden hier diskutiert, weil sie mehrere Symptomebenen zugleich beeinflussen können. Die Datenlage ist heterogen: Randomisierte Studien zeigen für isolierte Endpunkte kleine Effekte, während umfangreiche Real-World-Daten der letzten Jahre wiederholt klinisch relevante Verbesserungen dokumentieren. Der Vortrag ordnet die Evidenz ein, geht auf Hinweise für einen opioidsparenden Effekt ein und diskutiert die Rolle von Lebensqualität als Endpunkt sowie die Frage, bei welcher Symptomkonstellation ein Therapieversuch begründbar ist.
16:45 – 17:15
Endet Selbstbestimmung bei palliativer Sedierung – Umgang für Betroffene, Angehörige und Betreuende
Silvia Maurer, Oberotterbach
17:15 – 17:45
Selbstbestimmung am Lebensende:
die einen müssen sterben, wollen aber weiterleben –
die anderen wollen sterben, müssen aber weiterleben.
Was tun nach dem BVerfG-Urteil von 2020?
Michael A. Überall, Nürnberg
17:45 – 18:15
Abschließende Diskussion
Im Zentrum stehen Konzepte für eine einfühlsame Schmerz- und Palliativtherapie terminal Kranker sowie Strategien, wie die Herausforderungen und Belastungen der Versorgung multimorbider Patientinnen und Patienten mit Engagement und Freude gemeistert werden können.
Änderungen vorbehalten – gebührenfrei – Voranmeldung erforderlich!
Für die Fortbildung werden bei der LÄK BaWü 5 Fortbildungspunkte (FP) der Kategorie A beantragt.
Fortbildungspunkte
Für detaillierte Informationen zu den Fortbildungspunkten dieser Veranstaltung, besuchen Sie bitte unsere Fortbildungspunkte-Seite. Dort finden Sie eine Übersicht der anerkannten Punkte sowie wichtige Hinweise zur Zertifizierung und Übertragung der Punkte.

